Wie beginnt ein normales Funkgespräch? Verstehe die Reihenfolge von gerufener Funkstelle und eigenem vollständigem Rufzeichen, die Antwort und den nächsten Funkspruch anhand einer fiktiven Übung.
Anruf: zuerst die Funkstelle, dann dein Rufzeichen
Die amtlichen Sprechfunkverfahren verlangen beim Herstellen einer Verbindung vollständige Rufzeichen. Ein Luftfahrzeug beginnt seinen Anruf mit der Bezeichnung der gerufenen Funkstelle und nennt danach die eigene Kennung. Diese Reihenfolge macht sofort klar, an wen der Anruf geht und welches Luftfahrzeug eine Antwort erwartet.
Für eine selbst formulierte Übung nehmen wir die frei erfundene Funkstelle „Musterstadt Turm“ und das Übungsrufzeichen D-EABC. Der Anruf lautet: „Musterstadt Turm, Delta Echo Alfa Bravo Charlie.“ Das ist zunächst nur der Anruf. Eine Freigabe, eine Position oder ein konkretes Anliegen ist damit noch nicht übermittelt.
Die Namen und die Kennung dienen ausschließlich dem Lernen. Für einen echten Flug sind die aktuelle veröffentlichte Funkstelle, der passende Funkkanal und die tatsächliche Kennung maßgeblich. Lerne deshalb die Reihenfolge, statt ein einzelnes Muster ungeprüft auf einen anderen Flugplatz zu übertragen.
Antwort: die Bodenfunkstelle ruft dich zurück
Auf den Anruf antwortet die Bodenfunkstelle mit dem Rufzeichen des rufenden Luftfahrzeugs, gefolgt von ihrer eigenen Bezeichnung. In unserem erfundenen Lernfall wäre das: „Delta Echo Alfa Bravo Charlie, Musterstadt Turm.“ Nach dem amtlichen Verfahren ist diese Antwort die Aufforderung an die rufende Funkstelle, ihre Übermittlung fortzusetzen.
Ein Funkkontakt beginnt grundsätzlich mit Anruf und Antwort, wenn der Kontakt hergestellt werden soll. Die amtliche Regel kennt eine Ausnahme: Ist sicher, dass die gerufene Funkstelle den Anruf erhalten wird, darf die Meldung ohne Abwarten der Antwort folgen. Diese Ausnahme ist keine Aufforderung, die Antwort im normalen Übungsablauf grundsätzlich wegzulassen.
Wenn du eine andere Kennung hörst, ist die Antwort nicht automatisch für dich bestimmt. Prüfe die vollständige Kennung, bevor du eine Meldung fortsetzt. Verstehst du eine Antwort nicht sicher, frage nach oder bitte um Wiederholung, statt aus einem ähnlichen Rufzeichen eine Freigabe für dich abzuleiten.
Nach dem Kontakt: die eigentliche Meldung folgt
Erst jetzt formulierst du dein Anliegen oder deine Meldung zur konkreten Funklage. Die Angaben hängen vom zuständigen Dienst, dem Flugplatz, dem Flug und den aktuellen Verfahren ab. Unser Übungsanruf allein ist darum kein vollständiges Beispiel für einen Start-, Roll- oder Anflugfunkspruch.
Für nachfolgende Übermittlungen lässt die Bekanntmachung unter bestimmten Bedingungen abgekürzte Rufzeichen zu: Der Kontakt muss erfolgreich hergestellt sein, eine Verwechslung unwahrscheinlich sein und die Bodenfunkstelle muss die Kurzform bereits verwendet haben. Bis dahin übst du mit der vollständigen Kennung. Bei Freigaben der Flugverkehrskontrolle und deren Rücklesen bleibt die eindeutige Zuordnung zum Luftfahrzeug besonders wichtig.
Denke an drei getrennte Schritte: Verbindung herstellen, Meldung übermitteln, Anweisung oder Freigabe richtig verstehen und gegebenenfalls zurücklesen. So erkennst du beim Üben, an welcher Stelle eine Information fehlt. Für die genauen Pflichtangaben beim Rücklesen gibt es einen eigenen Ratgeber.
Drei kurze Übungen zum ersten Funkkontakt
Alle Namen und Kennungen in diesen Aufgaben sind frei erfunden. Lies zuerst die Frage, formuliere deine Antwort und öffne erst dann die Lösung. Die Übung benötigt weder Mikrofon noch Spracherkennung und bewertet keine reale Funkfertigkeit.
01Du fliegst mit D-EABC und möchtest Musterstadt Turm rufen. Welche Bezeichnung steht am Anfang?
Zuerst steht die gerufene Funkstelle: „Musterstadt Turm“. Danach folgt das vollständige eigene Rufzeichen: „Delta Echo Alfa Bravo Charlie“.
02Die Antwort lautet „Delta Echo Alfa Bravo Delta, Musterstadt Turm“. Darfst du daraus eine Antwort an D-EABC ableiten?
Nein. Die Antwort nennt in diesem fiktiven Fall D-EABD. Das letzte Zeichen unterscheidet sich. Prüfe die Kennung, bevor du eine Meldung als an dich gerichtet behandelst.
03Du hast gerade erst angerufen. Darfst du aus Bequemlichkeit sofort nur die letzten Zeichen deines Rufzeichens verwenden?
Nein. Beim Herstellen des Kontakts wird das vollständige Rufzeichen verwendet. Eine zulässige Kurzform kommt erst nach erfolgreichem Kontakt, geringer Verwechslungsgefahr und nachdem die Bodenfunkstelle sie benutzt hat, in Betracht.
Vom ersten Anruf zur sicheren Funkantwort
Wenn die Reihenfolge beim Anruf sitzt, verbinde sie mit dem Flugfunkalphabet und dem Hören ähnlich klingender Rufzeichen. Danach übst du Zahlen für Pisten, Höhen oder Funkkanäle. Im nächsten Schritt erkennst du, welche Angaben einer tatsächlichen ATC-Anweisung zurückgelesen werden müssen.
FunkCoach bietet für BZF II, BZF I und AZF passende Lernwege mit geführten Textdialogen. Diese Übungsfälle ersetzen keine amtlichen Verfahren, keinen Funkunterricht und keine Freigabe im Flugbetrieb. Für echte Flüge und Prüfungen gelten die aktuellen amtlichen Veröffentlichungen und die tatsächliche Funklage.
Rufzeichen buchstabieren · Zahlen im Flugfunk · Rücklesen im Flugfunk · Funkkanal wechseln
Häufige Fragen zum ersten Funkspruch
Nenne ich beim ersten Anruf mich oder die Funkstelle zuerst?
Das Luftfahrzeug nennt zuerst die gerufene Funkstelle und danach sein vollständiges eigenes Rufzeichen. So ordnet die andere Seite den Anruf eindeutig zu.
Muss ich nach dem Anruf immer auf eine Antwort warten?
Im Normalfall wird ein Funkkontakt mit Anruf und Antwort hergestellt. Die amtlichen Sprechfunkverfahren lassen eine Ausnahme zu, wenn sicher ist, dass die gerufene Funkstelle den Anruf erhalten wird.
Wann darf ich mein Rufzeichen abkürzen?
Eine zulässige Kurzform ist erst nach hergestelltem Kontakt möglich, wenn eine Verwechslung unwahrscheinlich ist und die Bodenfunkstelle sie bereits verwendet hat. Nicht jeder Rufzeichentyp kann abgekürzt werden.
Ist der erste Anruf schon ein vollständiger Funkspruch?
Der gezeigte Anruf stellt zunächst den Kontakt her. Welche Meldung anschließend folgt, hängt von Flugplatz, Dienst, Verfahren und Anliegen ab. Die fiktive Übung ist keine Vorlage für einen echten Flug.
Amtliche Quelle und Fassungsstand
Die Reihenfolge beim Anruf, die Antwort und die Regeln zu nachfolgenden Übermittlungen stehen in Abschnitt 14 der Bekanntmachung über die Sprechfunkverfahren. Für echte Flüge und Prüfungen ist die aktuelle amtliche Fassung maßgeblich.
- BAF: Bekanntmachung über die Sprechfunkverfahren, NfL 2024-1-3266 (PDF bei der DFS) · Abschnitt 14 b–c; SERA.14055: Herstellen der Sprechfunkverbindung und nachfolgende Übermittlungen
